Unternehmensnachfolge für KMU

Die Uhr tickt: In den kommenden fünf Jahren stehen ca. 150.000 kleine und mittelständische Unternehmer vor der Situation, die Zukunft ihrer Betriebe zu sichern. Die starken Jahrgänge der 50er und 60er erreichen das Rentenalter. Oft über Jahrzehnte hinweg haben diese Unternehmer im Mittelstand ihren Betrieb erfolgreich geführt, ihn groß gemacht.

 

Und nun sollen die Gründer und Führungsspitzen ihres Unternehmens, die Macher, einfach die Zügel abgeben? Sollen die Entscheidungen einem anderen, Jüngeren überlassen, der doch nie die (Lebens-)Erfahrung mitbringen kann, die die gestandenen Unternehmer auszeichnet?! Und nicht selten kommen die potentiellen Nachfolgeinteressenten auch noch mit Ideen und Einstellungen, die in vollkommenen Gegensatz zur Wertevorstellung des Seniors stehen.

Jetzt „aufhören“, „abgeben“ kommt für viele Unternehmerpersönlichkeiten nicht in Frage, bedeutet doch diese einschneidende Entscheidung auch die Abgabe von Einfluss, Macht, Identifikation und den Verlust von Akzeptanz. Zudem stellt sich unterschwellig die Frage nach der Zukunftsperspektive für diese Unternehmergeneration. Planen und Handeln wäre angezeigt, wird aber in vielen Fällen ad infinitum „geschoben“.

These 1:

Herz blockiert Hirn!

Erste altersbedingte „Zipperlein“ lassen den Unternehmer unweigerlich ängstlich auf den Alterungsprozess schauen, unbewusst, aber zunehmend intensiver. Kraftvolle Unternehmer kompensieren diese Einschränkungen mit dem „jetzt erst recht“ und knien sich tief in ihre unternehmerische Arbeit. Der sprichwörtlich „unternehmerische Weitblick“ weicht der „Nabelschau“ auf die eigene Bedeutung für das Unternehmen, anstatt sich der Gestaltung der Zukunft zu widmen.

These 2:

Erfolg und Stolz blenden den Unternehmer!

Ein bekanntes Phänomen des „Patriarchen“ resp. der „Matriarchin“: Nur er oder sie können das Unternehmen erfolgreich führen, kennt doch der vormalige Entrepreneur, der in seinen Anfangszeiten Erstaunliches schuf, die Vergangenheit und die Gegenwart aus dem Effeff. Nur aus diesem Erfahrungswissen heraus, so ist der noch amtierende Chef des Unternehmens überzeugt, lässt sich unweigerlich auch die erfolgreiche Zukunft definieren. Diese Einschätzung ist nachvollziehbar, liegt doch dem Unternehmer die gesicherte Zukunft seines Betriebes mit den Arbeitsplätzen im wahrsten Sinne des Wortes am Herzen. Aber ist sie so auch die einzig richtige?

These 3:

Externe Begleitung eröffnet neue Blickwinkel!

Die externeBegleitung und Beratung öffnen dem Senior die Augen für die Option, souverän und beherzt die Unternehmernachfolge in die Hand zu nehmen. Mit einem Sparringspartner, der nicht zum nahen Familien- oder Unternehmenskreis gehört, lassen sich Ängste, Zweifel, Sorgen, vor allem aber auch Ideen, Visionen erarbeiten und zukunftsorientiert einer Betriebsnachfolge zuführen.

 

© Bernd Friedrich Juni 2018

 

 

Der eine wartet bis die Zeit sich wandelt,
der andere packt sie an und handelt.
                                           Dante AlighieriZitat

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